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klotz am Bein 

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Klotz am Bein, Fußfessel, Sträflingskugel oder „ball and chain“, wie sie in englischer Sprache heißt. Eine eiserne Kugel, anmontiert an eine Kette und ans Bein befestigt.
Im 17. oder 18. Jahrhundert kamen die Kugeln und Ketten in Europa auf, als die ersten förmlichen Gefängnisse und Freiheitsstrafen verhängt wurden. Heute sind diese Fußfesseln unsichtbar, von uns selbst geformt und an uns selbst gerichtet.
Der Körper, der Po.
Eine Last. Ein Gefängnis, das mit der Besessenheit um Perfektion, den Schönheitswahn, entstanden ist. Als gefangene Frau, um perfekt zu sein. Als Mann, getrieben durch den sexuellen Drang. Die Frauen strecken und trainieren ihn, um die Männer damit zu locken. Männer, unterbewusst angetrieben, folgen - oder besser gesagt - verfolgen, bis er erobert wird. Genderübergreifend zieht das „heilige“ Teil jeden an, fast magnetisch. Vollkommen in seiner Form, wird der Po instrumentalisiert, in der Werbung, im Fernsehen und besonders in den sozialen Medien. Wir sind die Gefangenen, getrieben von Lüsten und Eitelkeit und geben diesem Teil dadurch selbst die große Aufmerksamkeit, und damit Macht. So, als ob wir ihn uns selbst ans Bein anketten würden. Eine Flucht IST praktisch unmöglich.
(...)„wir sind kein Vieh, das stimmt, aber wir sind Tiere und werden es
immer bleiben. Das ruft uns die Sexualität immer wieder ins Gedächtnis, weshalb sie so beunruhigend, aufwühlend, schockierend, so angenehm ist.
Sie ist die wahre Erbsünde
(...) Andre Comte-Sponville „Sex“ eine kleine Philosophi

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